Let’s Blog

von Karsten Besserdich

Einleitung

Das Bloggen ist mittlerweile nicht mehr nur eine Sache für Urlaubsberichte und Lifestyle Themen. Viele Unternehmen und Freiberufler haben das Bloggen entdeckt und die Anzahl der fachlichen Themen-Blogs steigt stetig. Im Oracle Umfeld ist meiner Meinung nach noch viel Luft – deshalb möchte ich die Vorteile des Teilens von fachlichen Inhalten vorstellen und meine Zuhörer dazu motivieren, selbst einen Blog zu starten oder aktiv in Communities mitzuwirken.

Karsten Besserdich

Mein Name ist Karsten Besserdich, ich bin 34 Jahre alt und arbeite seit 15 Jahren als begeisterter Oracle Entwickler – vorwiegend in mittleren und großen Kundenprojekten. Ich bin glücklich verheiratet und habe 2 Kinder – beides Jungs. Meine Hobbies sind Tischlern, mein Gewächshaus und das Bloggen.

Besserdich & Redmann GmbH

Ich bin einer von zwei geschäftsführenden Gesellschaftern der Besserdich & Redmann GmbH. An meiner Seite steht mein Partner und Freund Tobias Redmann. Zusammen mit unseren Mitarbeitern unterstützen wir unsere Kunden bei der Planung, Durchführung und Steuerung von IT Projekten in den Bereichen Oracle und Webentwicklung.

Was ist eigentlich ein Blog?

Der oder das Blog ist die Kurzform von Web-log, dabei steht der englische Begriff „Log“ für „Logbuch“. Somit handelt es sich im eigentlichen Wortsinn um ein Tagebuch im Internet.

Etwas allgemeiner betrachtet ist ein Blog eine Webseite, auf der mindestens eine Person ihre Gedanken zu einem Themenbereich aufschreibt. Und zwar in Tagebuch- oder Journalform, d.h. dass die Inhalte in zeitlich chronologischer Reihenfolge dargestellt werden. Diese Inhalte – die sogenannten „Blogbeiträge“ oder auch als „Posts“ bezeichnet – sind dabei in der Regel eher persönlich geprägt und haben einen individuellen Charakter. Ein Blog ist meistens öffentlich einsehbar, er kann jedoch auch einem geschlossenen Benutzerkreis zugänglich machen. Eine große Besonderheit ist die Kommentarfunktion, welche man je nach Nutzung sogar als Herzstück des Blogs bezeichnen kann. Denn hierüber sind Leser in der Lage, ihre Fragen und Anmerkungen zum Beitrag zu hinterlassen und Diskussionen mit dem Autor zu führen.

Arten von Blogs

Es gibt unterschiedliche Arten von Blogs. Einerseits sind hier private Blogs zu nennen. Andererseits haben auch Unternehmen das Bloggen mittlerweile für sich entdeckt. Bei großen Unternehmen sind die Autoren eines Blogs Angestellte oder weitere Unternehmen, welche mit der Öffentlichkeitsarbeit beauftragt wurden.

Inhaltlich reicht die Bandbreite bei Blogs von Gedanken, Erlebnissen (z.B. Urlaubsberichte), Aktuellem aus dem Zeitgeschehen (z.B. Nachrichten) bis hin zu speziellen Themen wie Lifestyle, Mode, Reisen oder Hobbies wie z.B. Kochen, Handarbeiten, Heimwerken. Themenblogs im Oracle-Umfeld sind fachliche Nischenblogs, die Expertenwissen anbieten und – verglichen mit der Anzahl aller Internet-Nutzer – nur für eine recht kleine Zielgruppe interessant sind.

Blogs zum Thema „Oracle“ werden überwiegend von Unternehmen oder Freiberuflern betrieben.

Was ist der eigentliche Zweck von Unternehmensblogs?

Das Ziel eines Blogs liegt im Veröffentlichen von Texten, welche eine Zielgruppe an Lesern interessieren, begeistern und dazu bewegen soll, bestimmte sowie gewünschte Aktionen durchzuführen.

Ein Unternehmen im Oracle-Umfeld richtet seinen Blog an seine oder seine potentiellen Kunden. Die Absicht des Unternehmens ist hierbei, den Verkauf seiner Produkte und Dienstleistungen über einen weiteren Vertriebskanal – den Blog – zu fördern. Dies kann direkt oder auch indirekt geschehen. Meist sind die Leser des Blogs nicht die Entscheider bei den Kunden, sondern die Mitarbeiter, die dann auf entsprechende Angebote und Expertisen hinweisen.

Testversionen, Anwendungsbeispiele und Referenzen sind als Marketingmittel für digitale Produkte nützlich. Stellt sich ein Unternehmen nun außerdem durch guten Inhalt im Internet als Experte für einen bestimmten Themenbereich dar, so steigert dies die Wahrscheinlichkeit, bei der nächsten Produktanschaffung oder beim nächsten Dienstleistungseinkauf von seinen oder seinen potentiellen Kunden angefragt zu werden.

Bei Freiberuflern sieht es sehr ähnlich aus: ihre Kunden – also in der Regel andere Unternehmen – sollen ihre Dienstleistungen kaufen. Positioniert sich ein Freiberufler im Internet als renommierter, Experte, so erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass er beim nächsten, passenden Auftrag gebeten wird, ein Angebot abzugeben.

Eine genaue starke, thematische Eingrenzung ist meist von Vorteil. Denn eine klare Spezialisierung entspricht der Vorstellung von einem Experten. Zudem erleichtert eine Spezialisierung eine gute Positionierung in den Suchmaschinen. Je spezieller und fokussierter eine Website bezüglich eines Themas ausgerichtet ist, desto wichtiger ist eine Seite für dieses spezielle Themengebiet. Für Google ist „Domain Trust and Authority“ (Glaubwürdigkeit und Autorität einer Domain) mittlerweile sehr wichtig, d.h. es wird erkannt, wer seriöse Informationen veröffentlicht und in einem Thema Experte ist.

Als begeisterter Leser diverser Oracle-Blogs bin ich der Meinung,  dass es im Oracle Umfeld noch eine Menge Spielraum gibt, sich mit einem Blog über z.B. PL/SQL Entwicklung, APEX oder Datenbankadministration einen guten Namen zu verschaffen. Die Konkurrenz ist im Vergleich zu anderen Themengebieten recht gering.

Aktuelle Bedeutung von Bloggern

In vielen Branchen haben Blogger bereits eine sehr starke Bedeutung, hier sei besonders der Fashionbereich zu nennen. In den großen Fashion Shows sitzen Blogger in der ersten Reihe, Streetstyle Blogger entdecken Trends bevor sie in irgendwelchen Zeitschriften erscheinen und werden für das Schreiben von Artikeln teilweise sehr gut bezahlt. Viele Konsumgüterhersteller nutzen auch mehr oder weniger erfolgreich einen Unternehmensblog. Bei der diesjährigen Oracle Open World (OOW 2015) in San Francisco erhalten Presse und Blogger freien Eintritt. Dies zeigt, dass Bloggern im Oracle-Umfeld bereits große Bedeutung beigemessen wird

Mir fallen im Oracle Umfeld folgende Autoren und Blogger ein:

  • Steven Feuerstein: stevenfeuersteinonplsql.blogspot.de
  • Tim Hall: oracle-base.com
  • Jeff Smith: thatjeffsmith.com
  • Jonathan Lewis: jonathanlewis.wordpress.com
  • Carsten Czarski: sql-plsql-de.blogspot.de
  • Uwe Hesse: uhesse.com

Vorteile für Unternehmen und Freiberufler durch das Bloggen

Im Folgenden werde ich die Vorteile genauer erläutern, die Unternehmen und Freiberufler im Oracle-Umfeld haben können, wenn Sie einen Blog betreiben.

Reputation aufbauen und sich als Experte positionieren

Das Internet bietet die Chance, ein großes Publikum in kurzer Zeit zu erreichen. Besonders bei einem englischsprachigen Angebot ist die potentielle Zielgruppe global.

Praktisch jeder kann Texte auf einem Blog veröffentlichen. Dies ist Chance und Herausforderung zu gleich. Die Konkurrenz ist groß, aber durch qualitativ hochwertige Inhalte kann man gerade im Oracle Umfeld noch viel erreichen, da die Anzahl der Blogs im Vergleich zu anderen Themengebieten noch recht übersichtlich ist.

Durch guten, fachlich fokussierten Inhalt lässt sich eine fachliche Reputation für seine Leser und auch für Suchmaschinen aufbauen. Suchmaschinen bewerten den Mehrwert einer Webseite für Nutzer, indem sie z.B. das Nutzerverhalten berücksichtigen. Eine Webseite, auf der die meisten Besucher nicht lange verweilen, wird als weniger relevant für ein Thema eingestuft, als eine andere Website, die ähnliche Themen beinhaltet, aber deren Besuchsdauer der Nutzer viel höher ist.

Erkennen eure potentiellen Kunden euren Namen immer wieder in Texten, die Ihnen bei Ihren Problemlösungen geholfen haben, so habt Ihr die Chance, ein „fester Name in Ihrem Kopf“ zu werden. Beim nächsten Auftrag oder einer interessanten Kooperation denkt man vielleicht schon an Euch.

Bietet Ihr über einen langen Zeitraum hinweg gute Inhalte mit Mehrwert für den Leser an, so kann Euer Name oder die Domain auf der Ihr überwiegend vertreten seid, unmittelbar mit diesem Thema verbunden werden. Manche Themen sind im Internet bereits mit bestimmten Namen fest besetzt, z.B. Tom Kyte – asktom.oracle.com.

Vernetzung

Durch das Bloggen ergeben sich viele Möglichkeiten der Kontaktaufnahme und Vernetzung. Ihr könnt z.B. Gastartikel in anderen Blogs schreiben oder Artikel von anderen Bloggern auf Eurem Blog veröffentlichen. Es lassen sich Verlinkungen setzen und Ihr könnte durch Kommentare in einen interessanten Austausch mit anderen Bloggern und potentiellen Kunden kommen. Oft gibt es auch Offline-Treffen von Gleichgesinnten in lokalen Umgebungen, z.B. gibt es regelmäßige, weltweite APEX Meetups (apexmeetups.com). Hierüber ergeben sich manchmal Partnerschaften und Kooperationen, die zu einer Win-Win Situation führen.

Probleme und Schwachstellen erkennen

Neben dem Aufbau einer fachlichen Expertise haben Unternehmen und Freiberufler auch die Chance, durch einen Blog auf Probleme und Schwachstellen von Produkten oder Technologien aufmerksam zu werden. Die Chancen liegen z.B. darin, Produkte schneller zu verbessern als die Konkurrenz oder ein neues Produkt zu schaffen, welches den aktuellen Anforderungen der Benutzer entspricht. Auch besteht die Möglichkeit, spezielle Dienstleistungen anzubieten, die gerade sehr gefragt sind. Gegebenenfalls werden neue Nischen entdeckt, welche eine Erweiterung des eigenen Geschäftsfelds ermöglichen.“

Trends erkennen

Sehr ähnlich verhält es sich mit einem weiteren Vorteil – durch den direkten Kontakt mit Kunden und Endanwendern lassen sich Trends recht gut und schnell erkennen – welche Technologien werden weniger eingesetzt, wo geht die Reise hin? Hierdurch kann man sein eigenes Angebot natürlich viel besser ausrichten und in Kundengesprächen über aktuelle Trends sprechen und beraten.

Auftragsgenerierung

Letztlich haben Unternehmen und Freiberufler natürlich immer ein Ziel: die Generierung von lukrativen Aufträgen. Und dazu sollte ein Blog für ein Unternehmen oder einen Freiberufler auch direkt oder indirekt beitragen – sonst steht er in keinem sinnvollen Kosten/Nutzen-Verhältnis.

Die Wege zur Erreichung dieses Ziels können sehr unterschiedlich sein. Manche Blogs verkaufen Ihre Produkte oder Dienstleistungen direkt auf ihrer Website, andere Blogs bieten nur qualitativ hochwertige Inhalte und Informationen zum Autor sowie Kontaktinformationen. Manche Unternehmen betreiben einen Blog auf einer anderen URL als Ihrer Unternehmens-Website, manche integrieren Ihn in diese. Hier muss man schauen, wie es am besten in der individuellen Situation passt. Da unser Unternehmen z.B. auf zwei verschiedene Technologien spezialisiert ist, haben wir unsere Blogs fachlich getrennt. Wir haben nun eine Unternehmens-Website (www.besserdich-redmann.com) mit Informationen über uns und unsere Leistungen, betreiben aber zwei weitere Blog. Einen über Webentwicklung und WordPress Themen (www.tricd.de), sowie einen Blog über Oracle Themen (www.besserdich.com).

Durch die vorher erläuterte Vernetzung ergeben sich natürlich auch viele Möglichkeiten, durch gemeinsame Kooperationen Auftrage zu generieren, gemeinsame Projekte und z.B. auch Fachvorträge oder Bücher zu realisieren, die wiederum zur Steigerung der Reputation und Stärkung des Expertenstatus beitragen.

Argumente gegen das unternehmerische Bloggen

Jetzt möchte ich euch kurz die häufigsten Gegenargumente nennen und aufzeigen, wie ich dazu stehe.

„Dafür habe ich keine Zeit.“

Die berühmte Antwort auf dieses Argument trifft auch hier zu: Das ist alles eine Frage der Priorität! Wer verstanden hat, welche Vorteile die Veröffentlichung von Wissen in Form von guten Blog-Beiträgen hat, der wird sich Zeit dafür organisieren.

„Da gebe ich ja kostenfrei Lösungen vor.“

Ja, auf jeden Fall. Aber in der Regel sind dies Lösungen für kleine Problemfälle, welche man so in dieser Granularität nicht als Auftrag bearbeiten würde. Aber man fällt dem potentiellen Auftraggeber positiv auf und wird ggf. bei größeren Problemstellungen angefragt.

„Da gebe ich ja mein Wissen preis.“

Ja, genau! Aber die Expertise eine Fachmannes ergibt sich ja nicht durch kleine Teillösungen, sondern dadurch, dass man in der Lage ist, größere Gesamtzusammenhänge zu erkennen und die richtigen Lösungen zu finden. Durch das Teilen von kleinen Lösungsansätzen macht man sich selbst also auf keinen Fall  überflüssig. Auch Ihr seid bestimmt oft schon schneller an eine Lösung gekommen, da jemand auf einem Blog oder Forum die richtigen Hinweise für Euch hatte. Freut Euch und gebt auch etwas zurück!

„Das bezahlt mir ja keiner.“

Ja, aber das einzige, was das Bloggen kostet, ist Zeit. Und damit wären wir wieder beim ersten Kontrapunkt. Alle benötigten Werkzeuge sind so gut wie kostenfrei, was ich im Folgenden noch erläutern werde.

Okay, let’s Blog!

Okay, Ihr habt Euch dazu entschieden, mit dem Bloggen anzufangen? Bevor es losgeht solltet Ihr Euch noch folgende Dinge überlegen:

Bin ich zum Bloggen geeignet?

Theoretisch kann jeder bloggen. Praktisch sollte man dazu aber ein paar Eigenschaften mitbringen:

  • Die Fähigkeit, ein wenig zu schreiben und zu formulieren. Es sollen ja keine Romane werden, aber man darf auch nicht immer davon abgeschreckt werden, einen kleinen Text zu einer technischen Problemlösung schreiben zu müssen.
  • Offenheit für Neues: beim Bloggen müsst Ihr Euch ggf. mit einigen neuen Dingen auseinandersetzen, seien es einfache HTML-Formatierungen, das Erstellen und Bearbeiten von Bildern, das Moderieren von Kommentaren, die Nutzung sozialer Netzwerke und nicht zu vergessen ein wenig Suchmaschinenoptimierung.
  • Offen für kritisches Feedback sein und ein dickes Fell haben: Natürlich wird es in den Weiten des Internet oft Jemanden geben, der Eure Lösung anders oder besser macht. Hierauf werden Euch eure Leser ggf. hinweisen – freut Euch und nehmt die Anregung an. Bedankt Euch und verbessert ggf. euren Beitrag oder setzt eine Verlinkung zu einer anderen Problemlösung. Seid Ihr anderer Meinung, dann diskutiert freundlich und konstruktiv. Falscher Stolz ist hier absolut fehl am Platz. Leider kann es auch dazu kommen, dass jemand unpassende, beleidigende Bemerkungen macht (so genannte Trolls). Egal ob auf dem Blog oder in sozialen Netzwerken, hier muss man einfach darüber stehen und darf sich nicht persönlich angegriffen fühlen.
  • Die richtigen Rahmenbedingungen: es ist nicht zu unterschätzen, wie viel Zeit die Erstellung eines Blogbeitrages in Anspruch nimmt. Ihr müsst prinzipiell die Möglichkeit haben, Euch dafür Zeit zu nehmen. Auch ist es von Vorteil, eine gewisse Regelmäßigkeit bei der Veröffentlichung einzuhalten. Wenn Ihr immer denkt „Ich muss unbedingt mal wieder einen Artikel veröffentlichen“, dann wird das Ganze zwanghaft und macht keinen Spaß mehr. So werden wohl keine qualitativ hochwertigen Beiträge entstehen. Die regelmäßige Veröffentlichung von Inhalten ist wichtig – sowohl für Eure Leser als auch für Suchmaschinen. Den Abstand bestimmt Ihr natürlich selbst. Ob Ihr einen Artikel pro Woche oder pro Monat schreibt – es darf nur kein allzu großer Abstand im Vergleich zu euren anderen Artikeln sein. Denn sonst sieht es schnell danach aus, dass der Blog nicht mehr gepflegt wird.

Let’s Blog – aber wie?

Blogsystem

Zunächst einmal benötigt Ihr eine Domain und Webspace, um ein eigenes Blogsystem zu betreiben. Dies kostet Euch pro Monat nicht mehr als 5€.

Alternativ könnt Ihr auch auf eine gehostete Lösung wie z.B. blogger.com oder wordpress.com zurückgreifen. Hier habt Ihr in der Regel weniger Administrations- und Installationsaufwand, könnt aber auch viel weniger individuell gestalten und bekommt in der Regel nur eine Subdomain. Diese ist in der Regel kostenfrei.

Wir haben jahrelange, wirklich gute Erfahrungen mit WordPress als selbst gehostetes Blog-System gemacht. Die Installation und Konfiguration sind mittlerweile einfach und intuitiv. Das System ist kostenfrei, bei den Themes (Layout) und Plugins gibt es auch viele kostenfreie Lösungen, die oftmals ausreichen. Aufgrund der Verbreitung von WordPress muss man sehr stark auf seriöse Erweiterungen achten und die Software ständig aktualisieren. Hier wird leider bereits viel Hacking betrieben.

Es gibt noch eine Reihe weiterer Systeme, die Ihr kostenfrei bei den meisten Providern installieren könnt, z.B. Cantao, Serendipity oder Textpattern, mit denen ich jedoch noch keine Erfahrungen gemacht habe.

Wenn Ihr euren Blog habt, dann stellen Eure dort veröffentlichten Artikel die Basis eurer Blogger-Arbeit dar. Im Folgenden zeige ich weitere Aktivitäten, die euren Blog voranbringen können.

Teilnahme an Communities

Ihr könnt Euch aktiv an bekannten Communities beteiligen, was Euch eine Reihe von bereits erwähnten Vorteilen bringt. In der Regel kann man seine Website hier auch im Benutzerprofil hinterlegen, so dass euer Blog dadurch auch an Bekanntheit gewinnen kann.

Nutzung sozialer Netzwerke

Soziale Netzwerke helfen Euch bei der Bekanntmachung eurer Inhalte. Das Stichwort Viralität bedeutet hierbei, dass Informationen innerhalb kürzester Zeit – wie beim biologischen Virus – von Mensch zu Mensch weitergegeben werden. Diesen Effekt gab es schon immer, er nimmt aber durch die Nutzung von digitalen Medien heute stark an Geschwindigkeit zu. Auch zur Vernetzung mit anderen Bloggern, Lesern und Kunden sind soziale Netzwerke von Vorteil.

Ihr solltet ausgewählte, soziale Netzwerke nutzen. Und zwar nur dann, wenn Ihr das wirklich möchtet und diese Netzwerke im Themenumfeld des Blogs auch genutzt werden. Wir setzen z.B. für den besserdich.com Blog nur auf Twitter, da sich dies im Oracle Umfeld unserer Erfahrung nach etabliert hat. Bei anderen Projekten nutzen wir z.B. wiederum nur Facebook. Weitere soziale Netzwerke sind z.B. Xing, LinkedIn, Instagram, Pinterest oder GooglePlus.

Video Blogging und YouTube

Aktuell geht der Trend stark zum Video Bloggen über einen eigenen YouTube Channel. Gerade in fachlichen Blogs können hier Tutorials mittels Screencasts angeboten werden oder Live Webbinare (z.B. APEX Summer School 2015) abgehalten werden. Manche Blogger bieten auch nur Themen im Audio-Format an (Podcast), da ihre Leser vielleicht viel unterwegs sind und diese so ggf. offline hören können.

Der Aufwand für die Erstellung von Videos ist natürlich noch höher als bei einfachen Blog-Beiträgen. Videos können jedoch auch sehr stark zum Erfolg des Blogs beitragen.

Sprache

Einerseits gibt es sehr wenige deutschsprachige Oracle Blogs, so dass man hier recht schnell und einfach erfolgreich sein kann. Andererseits ist die deutschsprachige Zielgruppe so klein, dass man sich überlegen sollte, seine Blog-Beiträge nur bzw. auch auf Englisch zu verfassen. Auch hierzu gibt es übrigens in WordPress bereits gute Lösungen.

Ich habe bis vor kurzem nur auf Deutsch gebloggt, aktuell bin ich aus genau den genannten Gründen dabei, meinen Blog sukzessiv auch auf Englisch anzubieten. Zunächst übersetze ich dazu meine erfolgreichsten Beiträge und ergänze nach und nach weitere Inhalte.

Bekannte Oracle-Blogs

Abschließend möchte ich noch ein paar bekannte, aktuelle Oracle Blogs vorstellen. Hierzu habe ich auf meinem Blog im September 2015 eine Umfrage gestartet. Auf www.besserdich.com/oracle-blogs habe ich die aktuellen Ergebnisse bereitgestellt. Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir helft, diese Übersicht weiter zu ergänzen.

Fazit

Seit Beginn meiner Selbstständigkeit 2007 habe ich die Domain www.besserdich.com gehostet. Diese hatte ich zunächst als reine Unternehmenswebsite betrieben. Es gab wenige, fachliche Informationen,  sondern eher allgemeine Texte, die es auf vielen anderen Unternehmenswebsites auch gibt. Die Website war nicht mehr als eine Visitenkarte.

2010 begann ich, CVs (Lebensläufe) von mir und befreundeten Freiberuflern auf der Website zu veröffentlichen und die Kontaktmöglichkeiten zu erweitern. So wollte ich die fachliche Positionierung der Website schärfen, die Zugriffszahlen erhöhen und Aufträge akquirieren.

Diesen Zielen kam ich aber erst 2012 näher, als ich meine Website aufgrund einer persönlichen Empfehlung auf WordPress umgestellt habe. Ich habe dann recht ziellos begonnen, diese neue Funktionalität des Bloggens auszuprobieren. Unregelmäßig haben ich und meine Frau in zwei völlig verschiedenen Themengebieten Inhalte auf der Website veröffentlicht. In der darauffolgenden Zeit habe ich den Blog eher als persönliches Wiki genutzt – ich konnte Lösungen für immer wieder auftretende Probleme einfach schnell online nachschauen.

Durch diese fachlichen Texte haben sich die Zugriffszahlen der Website von 2012 bis heute versiebenfacht. Wir erhielten auch erste, fachliche Anfragen (Kommentare und Mails) und haben 2013  den ersten Auftrag über die Website generiert.

Seit ein paar Monaten haben wir den Blog nun thematisch getrennt. Dies führt zunächst zu einem Rückgang der Besucherzahlen, da einige Inhalte fehlen und die Besucher auf einen anderen Blog weitergeleitet werden. Ich bin mir aber sicher, dass dies für die Zukunft der richtige Weg ist, da die Website sich nun nur noch auf ein Thema – Oracle – konzentriert.

Im Trend des Videoblogging sehe ich sehr viel Potential. Hier habe ich erste Erfahrungen gesammelt und musste leider feststellen, dass der zeitliche Aufwand für die Erstellung eines Videos größer als für die Erstellung eines Blogbeitrages ist. Da ich Videoblogging jedoch für sehr vielversprechend halte, möchte ich mir in Zukunft mehr Zeit dafür nehmen.

Durch das Bloggen fällt mir das fachliche Schreiben nun ein bisschen leichter als früher. Jetzt stehe ich sogar hier und halte einen Vortrag – ich denke, dass das Bloggen dazu seinen Beitrag geleistet hat. Ich habe geübt, fachlichen Content zu erarbeiten und Texte zu erstellen sowie diese zu veröffentlichen.

Während des Bloggens habe ich auch einige negative Erfahrungen gesammelt und möchte deshalb darauf hinweisen, wie wichtig es ist, nur Bilder zu verwenden, die man wirklich nutzen darf, ein korrektes Impressum und Datenschutzbestimmungen auf der Website zu haben.

Ich habe von Anfang an WordPress genutzt und war damit so zufrieden, dass sich nie die Frage stellte, ein weiteres System auszuprobieren. Die anderen Systeme können deshalb natürlich auch genauso gut sein.

Bei der Nutzung von WordPress muss ich ebenfalls aufgrund von Erfahrungen auf ein paar wichtige Punkte hinweisen: es ist sehr wichtig, das System und verwendete Plugins regelmäßig zu aktualisieren. Nutzt nur wenige und vor allem seriöse Plugins, die ggf. ein paar Euros kosten. Auch bei den Themes sieht es ähnlich aus, hier ist aus meiner Sicht die Erstellung eines eigenen Themes die sicherste Variante. Und ganz wichtig – Backups nicht vergessen!

Ich hoffe, ich habe den einen oder anderen davon überzeugt, seine Lösungen im Oracle Umfeld in einem eigenen Blog zur Verfügung zu stellen. Wem das nichts ist, der beteiligt sich von nun aber vielleicht in den Oracle-Communities oder hinterlässt zumindest ein Dankeschön als Kommentar bei einem fleißigen Blogger, wenn Ihm ein Blogpost weitergeholfen hat!

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